Ökonomie der teilschlagspezifischen Unkrautbekämpfung

H. Oebel, R. Gerhards, L. Weiershäuser, W. Kühbauch

Einleitung

Der Einsatz der präzisen Unkrautkontrolle in Praxisbetrieben ist davon abhängig, ob ein ökonomischer Nutzen für den Landwirt zu erzielen ist. Die Mehrkosten für die erforderliche technische Ausstattung bei der teilschlagspezifische Herbizidapplikation und die Unkrauterfassung müssen durch die Einsparungen an Herbiziden kompensiert werden. Im Rahmen von TURBO wurden mit dem Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) die Verfahrenskosten für den Betrieb Hurtz in Nideggen-Berg und die Versuchstation Dikopshof der Universität Bonn das Verfahren ökonomisch bewertet. (Gerhards et al. 2005)

Herbizideinsparungen
Herbizideinsparungen durch teilschlagspezifische Unkrautbekämpfung auf dem Betrieb Hurtz (1) und dem Versuchgut Dikopshof (2) seit 2004
*: nur Gallium aparine

Material und Methoden

Unkrautverteilungskarten wurden durch manuelle Bonituren, einer Bonitur mit mobilem GPS und kameragestützter Bonitur ermittelt.

Die Mehrkosten einer Dreikammerspritze (Anschaffungspreis, Arbeitszeit, Wasser) gegenüber der Ausbringung mit einer konventionellen Pflanzenschutzspritze wurden berechnet.

Kosten Unkrautbonitur:

Kosten der Boniturarten
Durchschnittliche Kosten der Boniturarten und Kosten für die Applikationstechnik
Unkrautbonitur mit mobilem GPS
Verfahrensschritte für die Erstellung einer Unkrautbonitur mit mobilem GPS

Ergebnisse

Manuelle Boniturverfahren sind sehr zeitaufwendig und deshalb mit Kosten von über 60 €/ha nicht praxisrelevant. Eine GIS-gestützte Unkrautbonitur mit Hilfe eines Handheld PDA und weniger Boniturpunkten kann die Kosten auf 26,60 €/ha reduzieren. Schneller und kostengünstiger ist die Erstellung einer Applikationskarte durch digitale Bildverarbeitung mit 10,92 €/ha (Offline-Verfahren) und 6,75 €/ha (OnlineVerfahren).

Mehrkosten für die Applikationstechnik wurden mit 5,34 €/ha berechnet. Die Herbizideinsparungen variierten je nach Kultur und betriebsspezifischer Unkrautsituation und ergaben eine durchschnittliche Einsparung von 27,30 €/ha.

Schlussfolgerungen

Durch sensorgesteuerte Bildverarbeitungsverfahren (Offline) zur Erstellung von Applikationskarten und die gleichzeitige Ausbringung von drei Herbiziden durch eine Dreikammerspritze entstehen Mehrkosten von 16,26 €/ha, die durch die Einsparung von Herbizidkosten in allen Kulturpflanzen kompensiert werden.